... Gedichte von Annegret Kronenberg zu lesen und möchte auch euch daran teilhaben lassen. Ich weiß nicht einmal ob es Gedichte in ihrer ursprünglichen literarischen Form sind. Nur weiß ich, ihre geschriebenen Worte gefallen mir sehr. Vielleicht wiederhole ich mich auf diesem Blog mit meinen Worten, es ist keine Absicht, aber das Leben besteht nun mal aus Wiederholungen ... deshalb schreibe ich diese Einleitung zu Annegret Kronenberg ihren Gedichten, und weil meine Gedanken in Richtung Vergesslichkeit gegangen sind ...
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Demenz
Sie geht durchs Zimmer
und lächelt.
Sie kennt dich nicht mehr,
selbst deine Stimme nicht.
Hat einfach vergessen,
wer du bist.
Sie spürt nicht deine Traurigkeit,
sie lächelt nur.
Sie lebt in ihrer eigenen Welt,
scheinbar zufrieden.
Annegret Kronenberg
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Es wird alles wieder gut
Manchmal stehe ich neben mir,
vergesse alles und bin ständig
in Sorge, dass ich etwas
vergessen könnte.
Das sind meine Tag,
vor denen es mir graut.
Es gibt aber auch die unerschöpflichen
Sonnenscheintage,
da falle ich von einer Idee
in die andere, kann mich
kaum einfangen.
Muss ich ja auch gar nicht.
Annegret Kronenberg
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Abschied
Du bist so traurig und weißt gar nicht
warum.
Sanft umspielt der laue Sommerwind dein
Haar und
streichelt zart deine schmalen Schultern.
Verstohlen wischt du dir eine Träne aus dem
Auge.
Warum nur diese Traurigkeit?
Eine Schwalbe fliegt an dir vorbei. Noch
eine,
ein ganzer Schwarm.
Jetzt weißt du, warum du so wehmütig bist.
Es liegt Abschied in der Luft.
Annegret Kronenberg
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Ein sattes Leben
Noch brennt mir die Sonne
auf der Haut, weht der Wind
durch meine Haare.
Nur ich kann es nicht
mehr so genießen,
wie in jungen Jahren.
Da konnte ich von Sonne
und Wind nie genug bekommen.
Heute ziehe ich mich nach
kurzer Zeit an ein geschütztes
Plätzchen zurück.
Es ist einfach genug gewesen,
ich bin satt geworden.
Annegret Kronenberg
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Ewiger Clown
Manchmal denke ich,
ich bin ein ewiger Clown.
Immer zum Lachen aufgelegt,
immer mit Trost
allen zugewandt,
und meine Tränen,
ob jemand sie je gesehen hat?
Annegret Kronenberg
Vielleicht fragt sich dieser oder jener, warum ich heute nur melancholische Gedichte gewählt habe. Meine Erklärung: weil es mich traurig macht, wenn ich an das große Unglück in Spanien, kurz vor dem Bahnhof von Santiago de Compostela denke. Und das Leben geht einfach so weiter ohne Atempause ...