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Mittwoch, 13. April 2016

Aller guten Dinge sind drei ...

... diese Redensart möchte ich gleich zur erstmaligen Verabschiedung vom Thema: Redensarten, verwenden.

Aller guten Dinge sind drei

Ihr habt zum zweiten Mal vergessen, wie eure Großtante heißt? Ihr habt zum zweiten Mal beim Wettkampf verloren oder seid beim Gewinnspiel zum zweiten Mal leer ausgegangen? Dann hört ihr sicher früher oder später den Spruch: Aller guten Dinge sind drei! Das heißt so viel wie: Mach dir keine Sorgen, du hast noch einen Versuch. Aber wieso sind es eigentlich genau drei und nicht zwei, vier oder unendlich viele Versuche, die wir angeblich haben?
Diese Redensart kommt wahrscheinlich aus dem Mittelalter, als drei Mal im Jahr eine Ratsversammlung gehalten wurde und ein Angeklagter dabei genau drei Chancen hatte, sich den Richtern zu stellen. Erschien er auch beim dritten Mal nicht zur Verhandlung, wurde er in Abwesenheit verurteilt. Auf altgermanisch hießen diese Gerichtsversammlungen "Thing", es hieß also ursprünglich "Aller guten Thinge sind drei". Leider kann euch auch dieser Spruch nicht garantieren, dass ihr euch beim dritten Mal an den Namen der Großtante erinnert.
Aus dem Nähkästchen plaudern
TEXT VON ELISABETH BÖKER

Wer "aus dem Nähkästchen plaudert" verrät etwas Geheimes. Wir erklären euch, woher diese Redewendung kommt

Mia und Sophie treffen sich nach der Schule, denn Sophie hat große Neuigkeiten: "Ich habe euch doch erzählt, dass Paul Lena mag. Gestern hatte er sie ins Kino eingeladen und sie sind hinterher noch Eis essen gegangen. Heute in der Pause hat mir Lena genau erzählt, wie der Nachmittag verlief. Aber ich darf nichts verraten." Mia und Sophie sind ganz neugierig: "Ach, komm schon. Wir sagen nichts weiter. Plaudere schon aus dem Nähkästchen", drängt Mia.

Wer "aus dem Nähkästchen plaudert" verrät etwas Geheimes. Nur Sophie hat erfahren, was Paul und Lena an ihrem ersten gemeinsamen Nachmittag gemacht haben. Doch das ist eigentlich streng geheim. 

Die Redewendung geht darauf zurück, dass Frauen früher geheime Dinge häufig in ihrem Nähkästchen versteckt haben. Denn der galt als ein sicherer Versteck, an das kein anderer Zugriff hatte. Besonders gerne bewahrten Frauen früher Liebesbriefe in diesen Nähkasten auf. Wenn sie sich mit anderen Frauen zum Nähen trafen, holten sie die Briefe aus dem Nähkästchen hervor, zeigten sie und plauderten über den Inhalt.

Mia brennt darauf zu erfahren, was Sophie weiß. Schließlich erzählt sie ihnen, dass Paul Lena zum Abschied geküsst hat.

Auf Wolke 7 schweben

TEXT VON FEE KRÄMER
"Felix Herzgepoche, Wolke 7, 12345 Himmel", lautet die Adresse auf der Postkarte. Der Postbote hört auf, in die Pedale seines gelben Postfahrrads zu treten. Er stöhnt: "Och nö. Nicht schon wieder soweit hinauf!" Was ist nur los auf dieser Wolke 7? Ständig muss er in letzter Zeit dort empor - und das, wo doch seit Wochen der Lift kaputt ist. Der schafft es nämlich nur noch auf Wolke 2 ...
Die Geschichte stinkt zum Himmel? Recht habt ihr! Ein bisschen geschwindelt haben wir hier natürlich. Aber ihr kennt ihn doch auch, diesen Ausdruck "Auf Wolke sieben schweben". Und irgendwo muss er ja herkommen. Wenn "Wolke 7" also keine Adresse ist, was ist sie dann?

Die Frage lässt sich beantworten, wenn wir ein sehr altes Buch wälzen - die Bibel. Hier steht, dass der Himmel aus verschiedenen Schichten aufgebaut ist. Das findet man zum Beispiel im zweiten Brief des Paulus an die Korinther. Einen weiteren Hinweis liefern noch frühere Aufzeichnungen, die sogenannten Apokryphen. Sie wurden zwar nicht in die Bibel aufgenommen, aber hier steht geschrieben, dass es sieben Schichten sein sollen. Und ganz oben, im "siebten Himmel" also, da soll Gott mit den Engeln leben.

Wer demnach "auf Wolke 7 schwebt" oder im "siebten Himmel" ist, der hat das höchste Glück erreicht. Die Bezeichnung "Wolke 7" wird vor allem dann gebraucht, wenn jemand verliebt ist. Wenn sich jemand "wie im siebten Himmel" fühlt, beschreibt das etwas allgemeiner seine glückselige Situation.

Aus dem letzten Loch pfeifen

Wenn jemand "aus dem letzten Loch pfeift", ist er am Ende seiner Kräfte. Erfahrt hier, was es mit dieser Redewendung auf sich hat.

TEXT VON SARAH JUNGCLAUS

Wie in jedem Jahr findet auch diesen Sommer wieder das Schulsportfest statt. Olli ist ein guter Sportler und möchte unbedingt den ersten Platz belegen. Doch Florian ist ebenfalls sehr sportlich und macht Olli Konkurrenz. Die beiden strengen sich sehr an, denn jeder möchte der Bessere sein: Olli ist weiter gesprungen, aber Florian hat weiter geworfen. Olli ist schneller geschwommen, aber Florian hat die Kugel weiter gestoßen. Schließlich entscheidet sich alles beim 100-Meter-Lauf. "Ich werde gewinnen!", ruft Olli. "Das denkst aber auch nur du!", kontert Florian. Der Startschuss fällt und die beiden rennen so schnell sie können ins Ziel. "Gleichstand! Gleichstand! Sie sind genau gleichzeitig ins Ziel gelaufen!", brüllt der Sportlehrer. "Und sie pfeifen beide aus dem letzten Loch", lacht eine Lehrerin. 

Damit bezieht sich die Lehrerin auf ein altes Sprichwort, das es schon seit dem 17. Jahrhundert gibt. Damit ist gemeint, dass Olli und Florian nach dem 100-Meter-Lauf am Ende ihrer Kräfte sind. Ihre sportlichen Möglichkeiten sind erschöpft - sie hätten nicht schneller laufen können. 

Der Ausspruch bezieht sich auf die Löcher eines Blasinstruments, zum Beispiel einer Flöte. Wenn man auf dem letzten Loch bläst, erklingt der höchste Ton, den das Instrument spielen kann. Nach dem Blasen des letzten Lochs, sind die Möglichkeiten des Instruments erschöpft: Es kann kein höherer Ton hervorgebracht werden. 

Olli und Florian haben sich in diesem Jahr den ersten Platz geteilt und eingesehen, dass es nicht das Wichtigste ist, zu gewinnen, sondern Spaß zu haben.

Aus dem letzten Loch pfeife ich noch nicht, aber am morgigen Tag möchte ich ein anders Thema anschneiden. Deshalb möchte ich Redensarten erst einmal beenden, trotzdem es noch sehr viele Redensarten gibt und ich alles wissen möchte. Heute muss ich erst einmal zum Einkauf, also Tschüss.


Herzlichst Margot.


Kommentare:

  1. Liebe Margot,
    du hast dir viel Mühe gemacht. Ich werde es aber bei
    dem Hintergrund belassen, wenn ich wieder die eine oder andere Redensart einsetze.
    Ich wünsche dir einen sonnigen Resttag
    Irmi

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    1. Liebe Irmi, natürlich sollst du alles so lassen, wie du es möchtest. Mein Foto ist mir nur beim Suchen zwischen die Hände gekommen und ich habe es als lustig empfunden. :-)
      Dir wünsche ich auch noch schöne Abendstunden. Herzliche Grüße, Margot.

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  2. Hallo Margot,

    sehr interessant, die Sache mit dem Pfeifen wusste ich bereits, aber ansonsten habe ich heute viel bei Dir gelernt :) Danke!

    Lieben Gruß
    Björn :)

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    1. Lieber Björn,
      über deine Worte freue ich mich. Wünsche dir noch einen schönen Abend und sage, Schlaf gut.
      Liebe Grüße, Margot.

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