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Freitag, 2. Oktober 2015

Kunterbunt ...

Hallo du schöner Tag, kommst du als Altweibersommer und bringst uns Freude? Freude über das sonnige Licht, leider nicht über die Wärme. Die Wärme hat sich zurückgezogen und gibt der Jahreszeit "Herbst", Genugtuung, aber tröstet mit buntem Laub der Bäume und Sträucher. Ich fühle ein kleines Glück ...


Kleines Glück

Was hilft es nur
immerzu traurig zu sein.
Sieh nur
die Welt liegt im Sonnenschein.

Lerne
an kleinen Dingen dich zu erfreuen.
Du wirst
diesen Augenblick sicher nicht bereuen.

Und wenn dir
ein Kummer das Herz macht so schwer.
Glaube an dich
und verzag nicht so sehr.

Es gibt noch viel
Schönes auf dieser Welt.
Vielleicht schon morgen
das Glück für dich die Tür offen hält.

© Karin Thießen (*1958), Hobbypoetin 




Seit es Menschen gibt, hat der Mensch sich zu wenig gefreut: Das allein, meine Brüder, ist unsre Erbsünde! Und lernen wir besser uns freuen, so verlernen wir am besten, anderen wehezutun und Wehes auszudenken.

Friedrich Wilhelm Nietzsche (1844 - 1900)


Wer viel Freude hat, muss ein guter Mensch sein: aber vielleicht ist er nicht der klügste, obwohl er gerade das erreicht, was der Klügste mit aller seiner Klugheit erstrebt.

Friedrich Wilhelm Nietzsche (1844 - 1900), 




Verklärter Herbst

Gewaltig endet so das Jahr 
Mit goldnem Wein und Frucht der Gärten. 
Rund schweigen Wälder wunderbar 
Und sind des Einsamen Gefährten. 

Da sagt der Landmann: Es ist gut. 
Ihr Abendglocken lang und leise 
Gebt noch zum Ende frohen Mut. 
Ein Vogelzug grüßt auf der Reise 

Es ist der Liebe milde Zeit 
Im Kahn den blauen Fluß hinunter 
Wie schön sich Bild an Bildchen reiht 
Das geht in Ruh und Schweigen unter.

Georg Trakl (1887 - 1914)




O trübe diese Tage nicht

O trübe diese Tage nicht,
Sie sind der letzte Sonnenschein,
Wie lange, und es lischt das Licht
Und unser Winter bricht herein.

Dies ist die Zeit, wo jeder Tag
Viel Tage gilt in seinem Wert,
Weil man's nicht mehr erhoffen mag,
Dass so die Stunde wiederkehrt.

Die Flut des Lebens ist dahin,
Es ebbt in seinem Stolz und Reiz,
Und sieh, es schleicht in unsern Sinn
Ein banger, nie gekannter Geiz;

Ein süßer Geiz, der Stunden zählt
Und jede prüft auf ihren Glanz,
O sorge, daß uns keine fehlt
Und gönn' uns jede Stunde ganz.

Theodor Fontane (1819 - 1898)




Wie der Herbstwind weht!
Doch wir beide leben noch,
beide, du und ich.

Shiki (1867 - 1912), japanischer Dichter




Kommentare:

  1. Wunderbare Stimmungsbilder in Eintracht mit den von Ihnen ausgewählten Gedichten vermitteln Sie, liebe Margot, da wieder. Wenngleich Nietzsche mir insgesamt - zwar weniger mit dem konkreten Text - nicht zusagt, so erbaue ich mich an den Gedichten - das letzte von dem japanischen Dichter in seiner schlagenden Kürze gefällt mir sehr.
    Bevor ich aber Ihre Seite vom heutigen Datum sah, war ich recht niedergeschlagen und schrieb

    Unvermittelt

    Ein Tropfen Trauer wie Tau auf dem Blatt,
    Gefroren täuscht glänzend in Weiß.
    Beim Morgengrau‘n geschrieben hat
    Ein Lächeln silbern mit Rabatt
    Der Mond des Sterbens Fleiß.

    Beschwörend fast: »gib mir doch Ruh,«
    Weht Atem. Räuspernd schleicht
    Das Jahr durch Monde, bunt im Nu
    Bis träumend weiß, kristall’n dazu
    Das Jahr sein Ziel erreicht.

    Noch ist es nicht soweit. Erfreuen wir uns am Augenblick der Täuschung.

    Ihnen ein schönes erstes Oktoberwochenende

    E.Rasmus


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    1. Guten Morgen und vielen Dank E.Rasmus, für die lieben Worte und das schöne Gedicht. Niedergeschlagen sollten Sie nicht sein, das Leben ist manchmal schwer, aber zu schön, um graue Gedanken zu haben.
      Wünsche Ihnen ein wundervolles langes Wochenende. Herzliche Grüße, Margot.

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  2. Liebe Margot, da habe ich gerade eine Freude gehabt, die den ganzen Tag lang anhalten wird. Du hast uns so wunderbare Fotos und Gedichte offeriert, danke schön auch, LG ClauDia.

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    1. Liebe Claudia, durch deine Worte habe ich auch eine große Freude, den ganzen Tag. Deine Worte haben mir sehr gut getan, hab vielen Dank.

      Liebe Grüße, Margot.

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  3. Liebe Margot,
    danke für diesen kunterbunten Herbstbeitrag. Das Gedicht vom kleinen Glück hat mir besonders gut gefallen.
    Heute hat sich der Herbst von seiner besten Seite gezeigt und ich hoffe, dass es so weiter geht.
    Liebe kunterbunte Herbstgrüße
    Astrid

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    1. Liebe Astrid,
      danke für deine lieben, kunterbunten Herbstgrüße, sie erfreuen mich. Der heutige Tag, der mit Sonnenschein beginnt, wird hoffentlich auch so schön. Das Gedicht, kleines Glück, ist wie aus unseren Herzen geschrieben und gefällt deshalb, dir und mir.

      Wünsche ein schönes Wochenende, liebe Grüße, Margot.

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